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Adams Lorraine: Crash (The Room and the Chair, 2010). Arche Verlag 2011. Geb., 397 Seiten, Euro 19.90. Deutsch von Miriam Mandelkow

Das Pentagon entwickelt ein System, mit dem von Terroristenhand oder von suizidverdächtigen Piloten gelenkte Flugzeuge vom Pentagon aus ferngesteuert und zur Landung gezwungen werden können. Der Testflug wird zu früh durchgeführt und die ahnungslose Kampfjetpilotin Mary atomisiert mehrere Bäume gegenüber des Weißen Hauses und entgeht in einem Baum hängend nur knapp dem Tod. Um unangenehmen Fragen vorzubeugen, werden Mary und ihr Wigman nach Bagram versetzt. Zur gleichen Zeit wird der Presse der US-Geheimdienstbericht Sissy zugespielt, der von Spitzeln im Weißen Hause und von den Hintergründen des Kampfjet-Absturzes handelt. In der Washington Post erreicht der Bericht jedoch nicht die zuständige Redaktion. Während sich Marys Wigman über die Ziele ihrer nächtlichen Bombenangriffe in Afghanistan Gedanken macht, stellt man sich bei der Washington Post die Frage, warum in ihrer Zeitung die Daten des Sissy-Reports noch nicht ausgewertet wurden. Eine junge Reporterin wird auf  die Suche nach den Hintergründen des nächtlichen Crashs angesetzt. Der Leser merkt es sofort, Lorraine Adams kennt sich mit der Funktionsweise von Zeitungsverlagen und investigativem Journalismus aus eigener langjähriger Erfahrung gut aus. Spannend beschreibt sie die Parallelität  und das Nebeneinander von Ereignissen, die die Wahrheit in einem immer wieder neuen Licht erscheinen lassen. Auch kleine persönliche Entscheidungen können die Wahrheit und das politische Geschehen verändern. Packender Roman der keinen Platz für Gut und Böse läßt.Gisela Lehmer