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Varesi, Valerio: Der Nebelfluss. (Il fiume delle nebbie 2003; UE: Karin Rother). Reinbek bei Hamburg: Kindler 2005. Geb., Kart., S. 288, Euro 18,90 €.

Der Po tritt über die Ufer und der Präfekt evakuiert die Dörfer, nur die Alten im Circolo Nautico lassen sich nicht vertreiben. So werden sie Zeugen wie der Lastkahn des alten Tonna führerlos den Fluss hinunter treibt. Der Kahn kann geborgen werden, aber von Tonna fehlt jede Spur. Gleichzeitig wird der Bruder des Flussschiffers aus einem Fenster eines Krankenhauses in Parma gestürzt. Kommissar Soneri glaubt nicht an einen Zufall und nimmt die Ermittlungen auf. Da beide Brüder zu den brutalsten Faschisten in der Zeit Mussolinis gehörten, scheint das Motiv in der Vergangenheit zu liegen. Irgendwo zwischen den Sandbänken des Po's liegt ein versunkenes Dorf, blutiger Schauplatz erbitterter Kämpfe zwischen Faschisten und Partisanen. Immer wieder zieht es Soneri zu den verschlossenen Männer am Po, aber er tappt auch bei seinen Ermittlungen im Nebel der Poebene. Endlich zieht sich das Wasser zurück und "wenn der Schlamm im Wasser absinkt, wird vieles klarer". Soneri findet die Leiche des alten Tonna und schließlich sogar den Mörder der Brüder.

Varesi zeichnet großartige Stimmungsbilder des Hochwassers am Po und seiner Bewohner. Mit leisen Worten erzählt er, dass die erbitterten Kämpfen zwischen italienischen Faschisten und Partisanen noch lange nicht in Vergessenheit geraten sind. Gisela Lehmer-Kerkloh