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Traven B.: Das Totenschiff. Frankfurt: Büchergilde Gutenberg 1983, ( Diogenes Verlag Tb. 21098). Kart., S. 306, 9.90 €.

Der amerikanische Seemann Gerald Gale verpasst in Antwerpen sein Schiff und verliert mit ihm seine Identität. Da er keine Papiere mehr besitzt, wird er durch halb Europa getrieben. In Portugal heuert er schließlich auf der Yorikke an. Unter unmenschlichen Verhältnissen muss er als Heizer arbeiten. Gemildert wird sein Schicksal durch die Freundschaft zu seinem Leidensgenossen Stanislaw. In Dakar werden die beiden auf ein Totenschiff verschleppt, das versenkt werden soll, damit der Eigner die Versicherungsprämie kassieren kann.

B. Traven ist der Münchner Revolutionär Red Marut, der nach dem Zusammenbruch der Münchner Räterepublik nach Mexiko fliehen konnte. Mit dem Totenschiff hat er 1926 seinen ersten Roman veröffentlicht, einerseits packende Abenteuergeschichte, andererseits auch schonungslose Analyse der sozialen Verhältnisse. Travens scheinbar naiver Stil bringt die Darstellung auf den Punkt und bewahrt ihn davor, in ideologische Kategorien abzugleiten. Gisela Lehmer