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Sinkel Bernhard: BLUFF. München DTv 2003. Kart., S. 278, 14,50 €

Im Mittelpunkt des Thrillers stehen die Opponenten Raoul Levkovitz, ein Sportreporter, und der hochrangige Ex- Stasi-Offizier Kasunke. Wegen seines phänomenalen fotografischen Gedächtnisses hat Kasunke Raoul bereits als kleines Kind Anfang der achtziger Jahre seiner Mutter mit brutalen Mitteln entrissen und auf eine Kaderschule der Staatssicherheit geschickt. Als Raoul in den Wirren der Wende die Wahrheit erfährt, verhindert er, dass Kasunke zur CIA überlaufen kann. Erst 2002 kann Kasunke mit amerikanischer Hilfe aus seinem Moskauer Exil nach Berlin zurückkehren. Der CIA hat er eine Liste mit Stasispionen - Schläfern - in den USA versprochen, die Raoul in seinem Gedächtnis abgespeichert hat. Eine dramatische Auseinandersetzung zwischen beiden beginnt, die sie in die Wüste Arizonas führt.

Der vor allem in den siebziger und achtziger Jahren sehr erfolgreiche Filmregisseur und Drehbuchautor Bernhard Sinkel (z.B. Lina Braake, Väter und Söhne) legt mit "Bluff" seinen ersten Thriller vor. Die rasante Montagetechnik mit wechselnden Erzählperspektiven - hauptsächlich aus der Sicht der beiden Opponenten - lässt den erfahrenen Filmemacher erkennen und zieht den Leser unwiderruflich in seinen Bann. Kleine Schwächen in der Logik der Handlung fallen demgegenüber kaum ins Gewicht - oder handelt es sich doch um eine Persiflage ? Gisela Lehmer