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Stürickow, Regina: Habgier. Berlin: berlin.krimi.Verlag 2004. Kart., S. 256 S., € 9.90

Der Roman basiert auf einem authentischen Mordfall, der im April 1916 die Berliner Öffentlichkeit erschütterte. Eine grausam zugerichtete Leiche wird in einem Reisekorb in der Gepäckaufbewahrung des Stettiner Bahnhofs gefunden. Es handelt sich um die lesbische Gelegenheitsprostituierte Martha Franz, die schon von einer Nachbarin vermisst gemeldet wurde. Der sympathische mit der Berliner Unterwelt vertraute Kommissar Ernst Gennat nimmt die Ermittlungen auf. Eine fiktive Figur ist sein Begleiter, Max Kaminski, ein jüdischer Journalist beim “Berliner Abendblatt“, der eine Serie über die Arbeit der Mordkommission schreiben will. Gennat und Kaminski können schließlich trotz der sich gegenseitig beschuldigenden Zeugen die Täter zu überführen.

 

Regina Stürickow zeichnet hautnah die hoffnungslose Stimmung der Berliner Bevölkerung nach dem 2. Kriegswinter, mit der immer länger werdenden Liste der Gefallenen, der sich ständig verschlechternden wirtschaftlichen Lage und dem verschärft aufkeimenden Antisemitismus nach. Ihr realistischer nüchterner Ton gibt die Grenzsituation ausgezeichnet wieder. Gennat und Kaminski sind ein interessantes, gegensätzliches Ermittlerteam, von dem man gerne noch mehr hören möchte. Gisela Lehmer-Kerkloh