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Roger Marie-Sabine: Der Poet der kleinen Dinge. Hoffmann und Campe 2011. Geb., 240 Seiten. Euro 18.99

Schönes Road-Movie. Alex treibt heimatlos von Job zu Job durch die Welt, Cedric lebt nach der Trennung von seiner großen Liebe wieder im Kinderzimmer bei den Eltern, Zackenbarsch hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, mit gerade ausgetrunkenen Bierdosen einen Staudamm im Kanal zu bauen und Gerard, geistig und körperlich behindert, fristet ein klägliches Dasein im Haus seines Bruders. Vier unglückliche Leben, deren einzig gemeinsames Merkmal die baldige 30 und die völlige Perspektivlosigkeit ist, finden sich und einen Ausweg aus der Öde des Alltags. Gerard wird dabei zum Bindeglied: Er lacht kreischend an den falschen Stellen,  singt seine erfundenen Lieder viel zu laut und falsch und sagt Gedichte auf, die kaum jemand versteht, aber er freut sich über die kleinen Dinge im Leben; er ist der Poet der kleinen Dinge. Alex, Cedric und Zackenbarsch werden nachdenklich und als Zackenbarsch ein Motorrad samt Beiwagen erbt, machen sich die Vier auf um das Leben zu erkunden. Gelungenes Road Movie, nie sentimental oder kitschig. Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer. Gisela Lehmer-Kerkloh