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      Wallace Stroby: Fast ein guter Plan.        

Shoot the Woman first; Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Nachwort von Alf Mayer.

€ 17.00 320 S. 

Pendragon Verlag 2018

         
Crissa Stone ist zurück! Nach Kalter Schuss ins Herz und Geld ist nicht genug nimmt der ehemalige Polizeireporter Wallace Stroby seine Leser wieder auf eine rasante Kriminalgeschichte um unsere Heldin Crissa Stone mit. Damit knüpft er an eine wundervolle spannungsreiche Reihe an und enttäuscht auch dieses Mal nicht: Nachdem Crissa nach dem letzten Debakel nahezu ihre ganze Existenz aufgeben musste, hat sie sich nun ein neues Leben aufgebaut. Sie hat wieder einiges an Geld bei Seite geschafft und leistet ihrem alten Freund Jimmy Peaches gelegentlich Gesellschaft. Dennoch schmerzt es sie, dass sie weder bei ihrer Tochter sein kann, noch nach ihrem Namenswechsel ihren Mentor und Liebhaber Wayne im Gefängnis besuchen kann. Daher macht sie das, was sie am besten kann - stehlen.

So begiebt Crissa sich zu einem neuen Coup. Es geht um die Geldübergabe eines Drogenbosses, wobei eine viertel Millionen Dollar in einem unauffälligen Auto deponiert werden. Ein SUV ist als Überwachung positioniert, doch eigentlich ist der Job zu einfach. Nach kurzem Zögern steigt Crissa mit ein und der Job geht glatt und schnell über die Bühne. Bei der Aufteilung der Beute eskaliert die Lage jedoch und Crissa kann knapp entkommen. Was sie jedoch nicht weiß ist, dass ein Drogenboss und ein ehemaliger Cop mit ganz eigenen Zielen ihr auf den Fersen sind.

Der englische Titel hat mir ehrlich gesagt noch besser gefallen. Denn "Shot the Women first" ist nach dem Ex-Cop Burke ein Satz den die Navy Seals des Anti-Terrorteams bei der Ausbildung zu hören bekommen. Burke begründet dies damit, dass eine Frau wo auch immer drei mal so zäh sei wie ein Mann, sie müsse ein richtig harter Hund sein. Denn das ist Crissa Stone alle mal. Was mich an den Kriminalromanen von Stroby über Stone am meisten gefällt, ist etwas, dass Alf Mayer in seinem Nachwort mit Elmore Leonard ausdrückt "Show, dont tell."

So beschreibt Stroby nicht seitenlang das Gefühlsleben seiner Charaktere, er fust die Intentionen und Gedanken, die sich beispielsweise Crissa Stone zu ihren Taten macht, in der Handlung selbst. Er zeigt eine starke selbstbewusste Frau mit Sorgen, wobei dieses Mal wohl auch ihr mütterlicher Instinkt stark durchdringt, ohne dass Crissa seitenlang sagen muss, was sie fühlt. Dieses unsichtbare Durchdringen ist "wahre Größe". Fast ein guter Plan war wie ein richtiger Film, der vor meinem Auge ablief. Da kann man nicht so einfach mal auf Pause drücken und erst am nächsten Tag weitersehen. Spannung und Tiefe sind exzellent vereint, so dass ich das Buch in einem Tag heruntergeschlungen habe. Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Crissa!

By Gisela Lehmer