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Pointner, Theo: Highscore. Dortmund, Grafit Verlag 2007. Kart., 347 S., Euro 9,95 €

Kommissarin Katharina Thalbach befindet sich in einer handfesten persönlichen Krise. Die Beziehung zu ihrer Freundin Veronika Mitschke, die sie mit einem Heiratsantrag unter Druck setzt, scheint nicht für die Ewigkeit zu sein. Zugleich plagen sie Schuldgefühle gegenüber ihrem Ex-Verlobten Uli Zander und dem gemeinsamen Sohn Arne. Da scheint die Ablenkung durch einen neuen Mordfall gerade recht zu kommen. In einem Bochumer Swingerclub wird eine Frau durch das Einbringen eines Kontaktgiftes in die Scheide getötet. Einige hundert Kilometer ostwärts in Strausberg bei Berlin explodiert ein Leichenwagen, als zwei Streifenpolizisten eine nackte Frauenleiche in seinem Innern entdecken. Beide Opfer waren in Internet Chatrooms aktiv und als die Polizei ihre Computer in Augenschein nehmen will, beginnen sich deren Festplatten selbständig zu zerstören. Katharina erkennt, dass sie den Fall nur mit Hilfe eines Computerexperten lösen kann und wendet sich an den ehemaligen Hackerkönig Hinnerk Harms, der sich auf eine Hallig zurückgezogen hat. Doch es gibt weitere Opfer, ein hoher nordrhein-westfälischer Landespolitiker begeht mit seinem Auto Selbstmord. Bei Strausberg befördert sich ein ehemaliger DDR-Hochleistungsschwimmer mit einem Schwert ins Jenseits. Beide Opfer besaßen einen Computer und waren in Chatrooms. Es scheint einen perversen Wettbewerb mit unterschiedlichen Leistungsstufen zu geben, der über das Internet ausgetragen wird. Pointner bietet erneut packende Unterhaltung ohne den Leser mit PC-Fachsimpeleien zu überfordern. Skurrile Typen wie Hinnerk Harms oder der ostdeutsche Ermittler Rocco Daubitz sorgen für Kurzweil. Pointner zeigt, welcher Wahnsinn möglich wird, wenn sich die reale mit der virtuellen Welt verbindet, die Akteure jede Moral verlieren und ihre »Kreativität« nicht mehr für das Knacken von PC-Programmen sondern für das Töten von Menschen einsetzen. Der Schluss ist allerdings nichts für schwache Nerven. Im nächsten Pointner kann es für Katharina nur noch aufwärts gehen. Gisela Lehmer-Kerkloh