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Martinez, Guillermo: Die Pythagoras-Morde. (Crimenes imperceptibles 2003; Ü.: Angelica Ammar). Frankfurt am Main; Eichborn 2004. Geb., S. 224, Euro 17,90 €

Ich-Erzähler ist ein 22 jähriger argentinischer Mathematikstudent, der ein Forschungsstipendium in Oxford erhält und dort in eine Reihe rätselhafter Todesfälle verwickelt wird. Die Todesfälle scheinen einem logischen Muster zu folgen, der Täter hinterlässt jedes Mal ein Symbol, das mit dem ausgewählten Opfer zusammen zuhängen scheint. Adressat der Botschaften ist der renommierte Mathematikprofessor Arthur Seldom, der sich intensiv mit der "Logik von Kriminaluntersuchungen" beschäftigt hat. Seldom glaubt den intellektuell motivierten Mörder stoppen zu können, wenn es ihm gelingt, die Bedeutung der Reihe zu durchschauen und das nächste Symbol vorherzusagen. Seldom macht den Ich-Erzähler zu seinem Gehilfen. Doch selbst als sie die den Symbolen zugrunde liegende logische Reihe ergründet haben, erweist es sich als nahezu unmöglich, das nächste Symbol vorher zu sagen: "Für eine Intelligenz, die sich mit heftigem Impuls nach vorne katapultiert, ist die fernere Lösung nahe liegender als die, die sich unmittelbar vor ihren Füssen befindet."(S. 67). Für Polizei, Seldom und Ich-Erzähler beginnt ein intellektueller Wettkampf mit der Zeit.

Spannend und schön geschriebenes Buch um die Geschichte der Logik und die Selffulfilling Prophecy von Hypothesen. Selbst das überraschende Ende ist die logische Konsequenz der Ereignisse. Gisela Lehmer-Kerkloh