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Leenders/Bay/Leenders: Die Burg. Hamburg, Rowohlt Verlag 2007.

Kart., S. 239; Euro 8.90 €

Hellmut Toppe und sein Team vom Klever Mordkommissariat 11 sehen sich in »Die Burg« einer ganz besonderen Herausforderung gegenüber. Im Rahmen der Städtepartnerschaft Kleves mit dem englischen Worcester will eine Historiengruppe aus der britischen Partnerstadt eine Schlacht aus dem 17. Jahrhundert nachspielen. Doch aus dem Spiel wird schnell Wirklichkeit. Bei der Aufführung explodiert unter der Ehrentribüne eine Bombe. Es gibt drei Tote, dreißig Schwerverletzte und eine mindestens ebenso große Anzahl Leichtverletzter. Zwar können die Ermittler einen terroristischen Hintergrund sehr schnell ausschließen, es stellt sich aber bald heraus, dass der Täter sein eigentliches Opfer verfehlt hat. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Wie in den Stories um das Klever KK 11 üblich, wird die Geschichte der Mitglieder des KK 11 fortgeschrieben. Hellmut Toppe, der zum kommissarischen Leiter der Klever Kommissariate aufgestiegen ist, hat mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Seine Frau Astrid Steendijk macht sich Vorwürfe, da sie die gemeinsame Tochter Katharina wegen der anstrengenden Ermittlungsarbeiten vernachlässigen muss. Norbert van Appeldorn kann die Ermittlungen nur sporadisch unterstützen. Bei seiner Ulli und ihm ist Nachwuchs unterwegs. Der kontaktscheue Peter Cox knüpft zarte Bande mit der britischen Kollegin Penny Small und der bodenständige Jupp Ackermann vom Betrugsdezernat, der einmal mehr das KK 11 unterstützt, erweist sich als Fels in der Brandung und Garant des Niederrheinischen Elements. Dieses Mal muss er aber nicht wie in »Die Schanz« als Lebensretter fungieren. Routiniert geschriebene und unterhaltsame Story um das Niederrheinische Ermittlerteam, die wie immer auch vom Lokalkolorit lebt. Spannend und schlüssig sind auch die Blicke in das »Innenleben« des Täters. Allerdings ist es in »Die Burg« ebenso wie zuvor in »Die Schanz« mit der niederrheinischen Beschaulichkeit vorbei. Das Autorentrio setzt in diesen Werken vermehrt auf Action - dieses aber gekonnt. Gisela Lehmer-Kerkloh