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Kramp, Ralf: Ein kaltes Haus. Hillesheim: kbv Verlag 2004. Kart., S. 285, Euro 9.50 €.

Fried, Clara und Gregor sind gemeinsam in den 50er Jahren in der Eifel aufgewachsen und waren eng befreundet. Fried, mittlerweile 68 Jahre alt, ist nach Australien ausgewandert, wo er ein gut gehendes Architekturbüro leitet. Clara ist dabei in ein Seniorenheim zu ziehen und der homosexuelle Gregor lebt in recht beengten Verhältnissen in Köln. Er hat nur noch wenige Monate zu leben, seine Schauspielkarriere ist schon lange zu Ende.

 

Die drei verbindet noch die gemeinsame Unterstützung ihres Zöglings Michael. Michaels Eltern gehörten ebenfalls zu der verschworenen Clique. Bei einem gemeinsamen Autorennen nach einen schönen Abend verunglückten sie tödlich. Die Freunde versprachen sich, immer für Michael zu sorgen. Auf seiner Geburtstagsfeier erhält Fried einen verzweifelten Hilferuf von Michael, der angeblich mit Familie in seinem schönen Hotel in der Eifel lebt. Auch Fried, Clara und Gregor sind durch viele Jugenderinnerungen mit dem Hotel verbunden. Die Freunde entschließen sich zu einem sofortigen Besuch in der Eifel, finden ihren Schützling jedoch mit aufgeschnittenen Pulsadern tot in der Badewanne. Das Hotel ist völlig verwahrlost, Michaels Frau und Sohn sind schon lange zu Verwandten gezogen. Ursache für Michaels Selbstmord sollen seine pädophilien Neigungen und seine unglückliche Spielleidenschaft gewesen sein. Die Freunde wollen den Gerüchten keinen Glauben schenken. In Verstecken aus ihrer Kindheit finden sie Hinweise, dass Michael selbst dem pädophilien Täter verfolgte. Aber die Suche auf Michaels Spuren, führt auch in ihre eigene Vergangenheit zurück, in das Leben in der Eifel in den 50er Jahren.

 

Das kalte Haus ist ein tiefgründiges Buch mit ungewöhnlichen Ermittlern im Rentenalter, wodurch geschickt Vergangenheit und Gegenwart verbunden werden. Ralf Kramp auch Schöpfer des skurrilen Ermittlers Herbie Feldmann und dessen unsichtbaren Begleiters Julius, hat diesmal ein tiefgründiges, manchmal melancholisches Buch geschrieben. Gisela Lehmer-Kerkloh