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Komarek Alfred: Polterabend. Innsbruck : Haymon Verlag 2003.

Geb., S. 191, 17,90 €.

Simon Polt quittiert den Polizeidienst. Sein langjähriger Dienststellenleiter Harald Mank wird versetzt und dessen nassforscher Nachfolger Rüdiger Neumann und Polts eigenbrötlerischer, in keinem Lehrbuch wiederzufindender Ermittlungsstil passen nicht zusammen.

Auf Einladung des Weinbauern Karl Fürnkranz beteiligen sich Polt und die Weinbauern Sepp Räuschl und Friedrich Kurzbacher an der Eisweinlese. Als sie am Morgen im Presshaus den Presskorb in Betrieb nehmen, machen sie eine grausige Entdeckung. Im Presskorb liegt ein Toter. Es handelt sich um den Lutzer Ferdl, einen in die Jahre gekommenen Tunichtgut, der sich mit allerlei Nebenerwerb mehr recht als schlecht über Wasser gehalten hat. Er hat auch Verbindungen ins Rotlichtmilieu im angrenzende Tschechien gehabt. Aber auch Karl Fürnkranz und sein Sohn Martin kannten den Toten näher.

Wieder bringt Alfred Komarek vortrefflich Land und Leute im Weinviertel dem Leser näher. Poltfans treffen auf viele alte Bekannte, so die lebenslustige Witwe Hahn, die schrullige und geschwätzige Kremersladenbesitzerin Habesam oder die Weinbauern und Wirte am Ort. Von einem bekannten Gesicht muss der Poltfan jedoch Abschied nehmen. Keine Angst - der Kater Chernohorsky erlebt auch den Schluss dieses Buches. Komarek liefert nicht nur einen spannenden Krimi, sondern er widmet sich auch aktuellen Problemen im Weinviertel,: zum einem der "grenzüberschreitenden" organisierten Prostitution in Tschechien und zum anderen dem Generationenkonflikt, der oftmals das Ende der Weinbauernhöfe bedeutet. Der im Winter spielende "Polterabend" schließt den 4 Jahreszeitenzyklus ab (Polt muß weinen (1998), Herbst; Blumen für Polt (2000), Frühling; Himmel, Polt und Hölle (2001), Sommer. Gisela Lehmer