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Komarek Alfred: Himmel, Polt und Hölle. Innsbruck. Haymon Verlag 2001. Geb., 204 S., 17.90 €.

HIMMEL, POLT UND HÖLLE ist der dritte Kriminalroman des Österreichers Alfred Komarek (POLT MUSS WEINEN, 1998/ Glauserpreis und BLUMEN FÜR POLT,2000). Alfred Komarek ist es wiederum gelungen, dem Leser die Weinregion rund um Wien und vor allem die zum Teil recht skurrilen Menschen, die darin leben, liebevoll und atmosphärisch dicht vor Augen zu führen. Diesmal wird die im Pfarrhaus lebende Köchin mit einer Flasche Wein - eigentlich ein Geschenk für den Pfarrer -, der der tödliche Saft der Trollkirsche zugesetzt war, vergiftet. Zufällig war zuvor der renommierte Gourmet und Weinkenner Heinz Hafner aus Wien vom Pfarrer zum Mittagessen eingeladen worden. Hafner kannte die Köchin noch aus ihrer früheren Zeit aus Wien, wo sie wegen Hafners bösartigem Verriss ihrer Kochkünste alkoholabhängig wurde. Aber auch die Männer des Dorfes schätzen die lebenslustige Pfarrersköchin nicht nur wegen ihrer vorzüglichen Kochkunst. Bei seiner Arbeit hilft dem bodenstämmigen und eigenbrötlerischen Gendarmerie-Inspektor Simon Polt mit seinem eigenwilligen Kater Czernohorsky seine Liebe zu den Kellergassen mit ihren alten Presshäusern und sein feines Gespür für die Mentalität der schweigsamen Weinbauern. Aber Polt muss sich auch mit dem Einzug der Neuzeit in die nicht immer ländliche Idylle auseinandersetzen. So werden immer mehr alte Presshäuser an die neuen Wochenendhausbesitzer verkauft, die die Werte der alten Dorfgemeinschaft in Frage stellen. Gisela Lehmer