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Hindersmann Jost: JOHN LE CARRÈ. Der Spion der zum Schriftsteller wurde. Portrait und Bibliografie.

Bibliografie unter Mitarbeit von Thomas Przybilka.

Wuppertal: Nordpark-Verlag 2002. Kart., S. 108, 11,00 €.

Jost Hindersmann hat die erste deutschsprachige Monographie über einen der bekanntesten Vertreter des Genres Spionagethriller vorgelegt. Er liefert nicht nur eine aufschlussreiche Analyse über das Werk le Carres, sondern beschreibt auch die Entwicklung des Genres im und nach dem kalten Krieg.

Bei der Erarbeitung der Leitmotive le Carres beschränkt er sich nicht nur auf den spätestens seit dem Buch Ein blendender Spion (1986) auch einem größeren Publikum bekannten Vater/Sohn-Konflikt. Le Carre ist kein Ian Fleming, der einseitig für den Westen Partei ergreift. Er stellt vielmehr die Gefahren dar, wenn sich ein demokratisches System mit diktatorischen Mitteln verteidigen will oder den existenziellen Konflikt zwischen Einzelperson und Organisation. Diese Vielschichtigkeit hat es le Carre ermöglicht, nach dem Ende des kalten Krieges, in dem viele auch das Ende des Genres sahen, gute Arbeiten wie Der Nachtmanager (1993) abzuliefern. Abgerundet wird das Werk durch eine übersichtliche und umfassende Bibliografie. In dieser Fundgrube stößt man nicht nur auf die Bücher le Carres, sondern auch auf Rezensionen von einzelnen Werken und die Filmografie. Bei der Erarbeitung der Bibliografie hat Hindersmann sich die Mitarbeit von Thomas Przybilka, des Begründers des auch international anerkannten Bonner Krimi Archivs (Sekundärliteratur - BoKAS), gesichert und so eine profunde Vorarbeit sichergestellt. Gisela Lehmer