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Huby Felix: Der Heckenschütze. Frankfurt a. M: Scherz Verlag 2005. Kart., S. 382, Euro 14,90 €.

Fried, Kriminalhauptkommissar Peter Heiland ist auf Anraten seines ehemaligen Chefs Ernst Bienzle aus dem Schwabenland zum Landeskriminalamt Berlin gewechselt. "Es gibt zwei Sorten von Schwaben, die weltläufigen und die verhockten", pflegte Bienzle zu sagen und Heiland möchte nicht zur letzten Sorte gehören. Sein neuer Chef Ron Wischnewski hält zunächst nicht viel von ihm. Aber da Heiland nicht nur schusselig ist, wie u.a. der Verlust seiner Dienstwaffe zeigt, sondern "auch um die Ecke denken kann" wird er Mitglied der Sonderkommission, die den Sniper (Heckenschützen) aufspüren soll. Der Sniper erschießt scheinbar wahllos mit einem Jagdgewehr Menschen. Eine erste Spur führt zu Sonja Michel, die mit einem der Opfer zusammengewohnt hat. Doch Sonja Michel begeht Selbstmord.

Da nicht nur Sonja Michel sondern auch zwei der sechs Opfer aus Schwaben kommen, nimmt Heiland die Ermittlungen in seiner schwäbischen Heimat auf. Dort wohnt er bei seinem Opa Henry, bei dem er aufgewachsen ist, seinen Vater hat er nicht gekannt und seine Mutter ist, als er noch ein kleiner Junge war, bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Neben seinem kriminalistischen Ehrgeiz den Täter zu fassen, gewinnt der Fall für Heiland mehr und mehr eine persönliche Dimension – ein erstes Phantombild, das von dem Täter erstellt werden kann, weist auffallende Ähnlichkeiten mit ihm auf.

Huby ist nicht nur Erfinder des Fernsehkommissars Ernst Bienzle, der im Heckenschützen ein kurzes Gastspiel gibt, sondern hat auch Schimanski und Palü-Drehbücher geschrieben. Die Erfahrungen des Drehbuchautors kommen auch im Heckenschützen zum Tragen. Der Leser kann das spannende, überwiegend in kurzen Szenen geschriebene Buch nicht aus der Hand legen und stellt sich genussvoll vor, wie er die Filmversion an einem Sonntagabend in seinem gemütlichen Fernsehsessel erlebt. Gisela Lehmer-Kerkloh