Menu:

Book covers


  

Horn Stephen: Im Namen der Macht (Orig.: Law of Gravity; Ü: Hans M. Herzog). München: dtv 2004. Kart., S. 375, Euro 14,50 €.

Philipp Barkley war einmal ganz oben in der Washingtoner Politszene mit den besten Aussichten noch weiter zu steigen. Politische und private Probleme (Tod der Tochter, Scheidung) haben seinen Aufstieg gestoppt und ihn in der Psychatrie landen lassen. Er bekommt jetzt sein Gnadenbrot im Justizministerium. Als Martin Green, der leitende Referent im Geheimdienstausschuss und ein enger Mitarbeiter von Senator Warren Young, verschwindet, wird Barkley gemeinsam mit einer jungen FBI-Agentin beauftragt, die Untersuchungen zu führen. Senator Young hat nicht nur beste Aussichten der nächste Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, sondern er ist auch der neue Ehemann von Barkleys Exfrau Constanze.

Zunächst deuten die Fakten darauf hin, dass Green ein Agent gewesen ist. Aber sein Charakter als strenggläubiger, sozial engagierter Jude scheint hiermit nicht im Einklang zu stehen. Auch hat er in seiner Zeit im Bankenausschuss, der sich mit dem Verbleib jüdischer Konten in der Schweiz befasst hat, intensiv eigene Nachforschungen zum Holocaust betrieben.

Thematik und Charaktere des Buches sind höchst interessant geschildert, so nicht nur der Protagonist Barkley sondern auch der pensionierte Polizist McSorley, der Barkley unterstützt, als er seine Ermittlungen auf eigene Faust weiterführt. Wünschenswert wäre gewesen, wenn der Autor die Aufklärung der Zusammenhänge in der Nazizeit detaillierter dargestellt hätte. Er legt dagegen mehr Wert auf Action. Gisela Lehmer