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Gerlach, Gunter: Ich bin nicht. München: Yedermann Verlag 2005. Kart., S. 257, Euro 12,90 € .

Eine wahre Geschichte: Zwei Männer treffen sich auf einem Flughafen. Sie tauschen ihre Pässe und Flugkarten. Jeder reist als der andere. Keine Kontrolle bemerkt es." ... "Nein, weißt du, es müsste noch absurder sein. Zum Beispiel tauschen die beiden wiederum ihre Pässe mit anderen, immer wieder, bis sie sich in einem fremden Leben befinden, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt." Der Protagonist des Buches mit einem Pass auf den Namen Hendrik Sieben lernt in New Orleans den deutschen Auswanderer Robert Dorn kennen. Unter Dorns Führung machen sie sich auf die Reise in den Canyon de Chelly, in den 1864 rund 300 Navajo Indianer vor General Kit Carson flüchteten und so lange belagert wurden bis sie verhungerten. Dorn stürzt in den Canyon und auf der weiteren Reise zu Dorns Verlobten Hemi (Kurzform von Hemingway) lernt Sieben langsam hinter Dorns Worte zu blicken, sieht das alles nur Maskerade ist und er sich schon längst in einem weiteren Leben befindet.

Gunter Gerlach geht seinem Protagonisten und dem Leser unter die Haut. Er zieht sie in seinen Sog, in eine endlose Schleife, in der die Grenzen zwischen Erlebten und Erzählten verwischen – Ich bin nicht. Wie immer mit leichter Hand geschrieben, intelligent, hintergründig, surreal. Gisela Lehmer-Kerkloh