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Geeraerts, Jef: Coltmorde. (De Coltmoorden 1980, Ü.: Alexander und Christiane Pankow). Zürich: Unionsverlag 2003. S. 281, 9.90 €.

Belgien Ende des 20. Jahrhunderts ist zum polizeilichen Überwachungsstaat geworden; Huxley lässt grüssen. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft neuer Art hat sich entwickelt: auf der einen Seite stehen die Korps der Rijkswacht, auf der anderen Seite der Rest der Bevölkerung, dem das Korps misstraut und das es überwacht. Allen als Vorbild gilt Detektiv und Supermacho Willy Velge von der Rijkswacht. Als jedoch die vermutliche Nymphomanin Hêlene Leblanc ermordet wird, entwickelt sich der Fall für Velge zum Alptraum. Verdächtig ist auch Velges früherer Korpskommandant General Welckenreadt, auf den natürlich kein Makel fallen darf. Dann geschehen zwei weitere brutale Coltmorde, die die Handschrift von Leblancs Mörder tragen. Plötzlich leben alle Personen, die mit der Generalsfamilie verbunden sind, äußert gefährlich. Und auch Velge wird durch eine Affäre mit Welckenreadts Tochter tief in die Familiengeheimisse verstrickt.

Pointiert und brutal zeigt Jef Geeraerts den skrupellosen Machtmissbrauch in modernen Staaten auf. Gisela Lehmer-Kerkloh