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Eckert, Horst: Schwarzer Schwan. Grafit Verlag 2011, Kart., 381 Seiten. Euro 18.90

Der Krimi zur Wirtschaftskrise: Unter dem Begriff Schwarzer Schwan fassen Wirtschaftsfachleute unvorhersehbare und unvorstellbare Ereignisse zusammen. Teilweise wird der Ausdruck auch als Synonym für die Finanzmarktkrise 2008 verwandt. Hanna Kaul, eine junge Investmentbankerin bei der Rhein Bank AG, muss aber lernen, dass hinter der überraschenden Absage der Bank für eine Milliardenübernahme im Kalibergbau, nur die Gier einzelner, mit einem ausgeklügelten Plan noch mehr persönlichem Profit einzustreichen, und keine Hexerei steckt.

Kurze Zeit später wird Paula Busch, Repräsentantin der Deutschen Börse AG in Berlin und Lebensgefährtin des Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium Malte Lichtenberg, auf offener Straße regelrecht hingerichtet und ein junger Grafiker in seinem ausgebrannten Wagen aufgefunden. Für Hanna wird die Situation immer Furcht einflößender, als sie entdeckt, dass sie überwacht wird und ihre Nichte spurlos verschwindet. Der Ermittler Dominik Roth – frisch zur Aushilfe bei der Mordkommission - hat im nicht erlaubten Nebenjob an der Überwachung Hannas mitgewirkt und fühlt sich nun verpflichtet, ihre Nichte in jedem Fall lebend wieder aufzufinden.

Mit Schwarzer Schwan knüpft Eckert an das Erfolgsrezept seines letzten Buches Sprengkraft an. Wieder vermischt er gekonnt Facts und Fiction. Den Lesern des Wirtschaftsteils der Zeitung werden einige Personen und Investmentkonstruktion bekannt erscheinen. Die Personen haben aber en Detail kaum etwas mit ihren Vorbildern gemein. Es bleibt ein eigenständiger Roman Eckerts, keine Nacherzählung der Krise. Die Brisanz der Ereignisse und die profunde Erkenntnis Eckerts von realen Ablaufmustern steigern den Spannungsbogen. Erneut zeichnet Eckert nicht nur realistische Charaktere – wie den Rheinbank-Chef Dingendorff - sondern es sind gerade die auf der Trennlinie zwischen Gut und Böse wandelnden Personen – wie der eigentlich desillusionierte CDU Bundestagsabgeordnete Lothar Mierscheid – die die Besetzungsliste von Eckerts Romanen so unterhaltsam machen. Gisela Lehmer-Kerkloh