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Eckert, Horst: Königsallee. Dortmund: Grafit Verlag, 2007.

Geb., 411 S., Euro 18,90 €.

Der Meister des Police Procedurals, Horst Eckert, meldet sich zurück. Eckert fühlt sich angloamerikanischen Vorbildern wie Ed McBain aber auch der französischen Tradition des crime noir verpflichtet. Etwas ungestelzter ausgedrückt, es gibt kaum einen deutschen Autor, der die Polizeiarbeit so realitätsnah, abgeklärt und zugleich spannungssteigernd in seinen Büchern darstellt. Protagonisten von Königsallee sind der junge Kommissar Reuter, der bisher im Inneren Dienst tätig war und sich weitere Meriten im Kommissariat Organisierte Kriminalität verdienen soll, und Kriminalhauptkommissar Norbert Scholz, Ende 40, familiäre Problem en massé und zur Zeit in den Schichtdienst strafversetzt. Daneben gibt es ein Wiedersehen mit Akteuren aus früheren »Eckerts«, wie Benedikt Engel (Aufgeputscht), inzwischen Kripochef von Düsseldorf, Kommissariatsleiterin Ela Bach (Purpurland), Kommissarin Anna Winkler (617 Grad Celsius) und Kommissar Bruno Wegmann (Ausgezählt).

Reuter ist einem Gemälderaub auf der Spur. Obwohl das verschwundene Werk zwischenzeitlich ausgelöst wurde und wieder die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen ziert, will er entgegen der Anordnung der Staatsanwaltschaft nicht locker lassen. Als sein Informant Robby Marthau aus der »Türsteher-Szene« erschossen wird und wenig später die einzige Zeugin Henrike Andermatt, Tochter des »Richter Gnadenlos«, des künftigen Innenministers Nordrhein-Westfalens, verschwindet, nimmt die polizeiliche Untersuchungsmaschinerie Fahrt auf.

Anknüpfend an 617 Grad Celsius reflektiert Eckert erneut aktuelle politische Fragestellungen in seinem Buch, so den »Richter gnadenlos« oder die Versuche der Mafia aus der früheren Sowjetunion, die sich in Düsseldorf nicht nur bei der Fortuna sondern auch bei der Stadt einkaufen will. Besonderes Lesevergnügen bereitet hier die überzeichnete Figur des größenwahnsinnigen Düsseldorfer OBs Dagobert Kroll. Gisela Lehmer-Kerkloh