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    Gunter Gerlach: Mohnblumen wie Blutflecke.

       Händel in Stein. Conte Krimi 2013.

Georg Händel ist ein Kriminalautor, der seine Fälle beim Schreiben löst, indem er die Ereignisse und seine Beobachtungen zu Papier bringt. Er macht aus unaufgeklärten Fällen Romane und entdeckt beim Schreiben die Wahrheit. Nachdem er seine ungewöhnliche Fähigkeit schon in „Friedhof der Beziehungen“ und „Frauen von Brücken werfen“ unter Beweis gestellt hat, wartet in „Mohnblumen wir Blutflecke“ ein neuer Fall auf ihn. Diesmal soll er den potentiellen Mörder eines durch und durch verdorbenen kranken  Mannes  finden, der mit kriminellen Machenschaften zu viel Geld gekommen ist.

 Händel soll einem Mord an Karl Drischer zuvorkommen, indem er den Mörder sucht und darüber schreibt.  Drischer beauftragt gleichzeitig auch den Krimiautor Christoph Kamer mit dem selben Auftrag. Kamer schlägt jedoch Händel vor, direkt selber den Roman für Händel zu schreiben. Im Gegenzug fordert er die Liebe von Händels früheren Freundin Lina Wasmeier, einer Münchner Hexe. Dazu darf sich Händel Lina nicht mehr nähern oder irgendwie Kontakt zu ihr aufnehmen. Händel hatte Lina bei seiner überstürzten Abreise aus München zurückgelassen, da seine scharfe Kritik an dem Debüt eines jungen Autors diesen in den Selbstmord trieb.

 Obwohl Händel dem Pakt nicht traut, willigt er scheinbar ein. Händel glaubt nicht, dass Kamer seinen Schreibstil täuschend echt imitieren kann, hatten Kamer und er doch immer wieder heftige Streite über den sinnvollen Gebrauch von Adjektiven.

 Händel und Drischer arbeiten Drischers  Liste mit potentiellen Mördern ab, wobei insbesondere Drischers Schwester und deren Tochter im Vordergrund stehen. Es beginnt ein Stück, indem die Beteiligten ständig die Rollen tauschen. Keiner ist der, als für den er sich ausgibt. Händel wird stark in die Enge getrieben, sein eigenes Schreieben lässt ihn jedoch abermals die Farce durchschauen und so schreibt er den letzten Akt selber.

 Gunter Gerlach vom Feinsten, grotesk, spannend und komisch. Wie man einen guten Film immer wieder sehen kann, kann Gunter Gerlach immer wieder lesen und immer noch neue Nuancen entdecken.

 By Gisela Lehmer