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Schlueter Hughes: Tod in Belval. Krimi aus Luxemburg. Luxemburg: éditions saint-paul 2010. Kart., S. 159, Euro 12.00

„Tod in Belval“ bezieht einen Teil seiner Faszination aus seinem Schauplatz:  Belval ist ein Industrie-Monument aus dem Beginn des 20. Jahrhundert. Hier versorgten sechs riesige Hochofenblöcke die umliegenden Stahlwalzwerke mit Roheisen. Im Zuge des Niedergangs der Stahlindustrie wurde Belvals letzter Hochofen 1997 abgeschaltet. Belval als modernes Stadtprojekt ist Sinnbild der neuen Dienstleistungsindustrie: 30.000 Menschen sollen hier leben und in Banken, Finanzdienstleistungsunternehmen und Forschungsinstituten arbeiten; es entstehen Schulen und Einkaufszentren. Und Belval liegt verkehrsgünstig nahe an Luxemburg-Stadt und an der Grenze zu Frankreich.

Für Hughes Schlueter ist Belval der geeignete Ort eines Verbrechens, „Kennt man Belval und erwandert die Hochofenterrasse (darf man nicht, kann man aber), entdeckt man immer mehr Details und kommt zum Schluss: Belval ist einfach ein idealer Schauplatz für kriminelle Aktivitäten. Von Herunterschubsmöglichkeiten zu beseitigender Personen (Hochofenplattform) bis zum Verstecken der Opfer (Gichtrohr) bietet das Areal ambitionierten Mördern alle Annehmlichkeiten.“ Und so läßt Schlueter ein Modell während eines exklusiven Fotoshooting auf der alten Hochofenanlage mit Fashion-Fotograf Lou Schleck eine Tote auf dem Absatz eines Hochofens finden. Aus der Haltung der Toten schließt Lou Schleck, dass sie von der Plattform des Hochofens geschubst wurde. Die Polizei geht jedoch von einem Selbstmord aus. Im Internet recherchiert Lou, dass die tote Frau mit den kastanienroten Haaren und der provozierenden Kleidung  bei einer in Belval ansässigen Projektgesellschaft, die Gelände gekauft hatte und Bürohäuser und Wohnungen baute, beschäftigt war. Als Star-Modefotograf stehen Belvals-Türen für Lou offen; seine Nachforschungen unterstützen Florèlie, seine lesbische Assistentin und Gaston, der Computer-Freak. Tod in Belval ist ein spannender Debütroman vor einer sehr ansprechenden Kulisse.  Gisela Lehmer-Kerkloh