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Berndorff Jacques: Die Raffkes. Dortmund: Grafit-Verlag 2003.

Kart., S. 347, 9.40 €.

Jochen Mann, Staatsanwalt für Jugendkriminalität, ist auf Wunsch seiner umtriebigen Tante Ichen zu einem informellen Treffen mit dem Berliner Immobilienhai Sirtel bereit. Bevor es zu einem Gespräch kommen kann,

wird der Treffpunkt, ein italienisches Restaurant, durch eine Bombe in die Luft gesprengt. Unter den zahlreichen Toten befindet sich auch Sirtel. Von Kriminalrat Ziemann wird Mann in die Ermittlungen einbezogen. Die Spuren führen zur Berliner Bankgesellschaft und deren Machenschaften, in die Politiker aller Coleur und selbst Polizei und Staatsanwaltschaft verwickelt sind.

 

Jacques Berndorf (d. i. Michael Preute) hat sich vor allem durch seine "Eifel-Krimis" einen Namen gemacht (Friedrich-Glauser-Preis 1996 für Eifel-Filz; Eifel-Literaturpreis 1996; Ehrenglauser für seine Verdienste um deutschsprachige Kriminalliteratur 2003). In "Die Raffkes" hat er den Schauplatz der Handlung nach Berlin verlegt und einen der größten deutschen Wirtschaftsskandale aufgearbeitet. Dabei setzt Berndorf auf Bewährtes: Mann ist der sympathische, noch nicht mit allen Wassern gewaschene Staatsanwalt, es gibt eine skurrile gewitzte Tante und einen kleinen Kreis "guter" Polizisten, die die Sache vorantreiben. "Die Raffkes" ist "Berndorf-typisch" eine gelungene Mischung aus spannendem Krimi und detailgetreuer Reportage. Gisela Lehmer