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Book covers


  

Brenner, Wolfgang: Bollinger und die Friseuse. München: dtv (premium 24579). Kart., S. 233, Euro 12.00 €.

Nachdem Felix Bollinger vorschnell einen Juwelier erschossen hat, wird er degradiert und von Saarbrücken in den Grenzort Schauren als Chef der Dorfpolizei versetzt. Das deutsch-französische Dorf gilt als europäisches Vorzeigeprojekt. Ein exzentrisches, ungleiches deutsch-französisches Polizistenduo sorgt mit anarchisch und recht rauen Methoden für Recht und Ordnung, so dass Schauern in der Kriminalstatistik ganz unten steht: in Schauern gibt es keine Straftaten. Bollinger, eher in theoretischer als in alltäglicher Polizeiarbeit bewandert, tritt in jedes Fettnäpfchen als er auf ein korrektes Einhalten aller Dienstvorschriften besteht. Als er dann noch der drängenden Bitte der schönen Bürgermeistersgattin Lotte nachkommt und einen 20 Jahre alten Fall “ einen vermeintlichen Justizirrtum“ bei dem der Dorffriseur sein Lehrmädchen geschwängert haben soll, wieder aufrollen will, wird er zum Narren im ewigen Streit zwischen Lothringern und Saarländern. Sehr gut geschriebener, komischer Krimi über die Tücken des Lebens auf dem Lande, der nur noch durch die Realität übertroffen werden kann. Brenner rechnet amüsant mit dem schönen Traum eines geeinten Europas ab. Gisela Lehmer-Kerkloh