Menu:

Book covers


  

Aykol, Esmahan: Bakschisch. (Kelepir Ev, Ü: Antje Bauer). Zürich: Diogenes Verlag 2004. Geb., S. 331, Euro 19.90 €.

Die deutsche Buchhändlerin Kati Hirschel ist Inhaberin der einzigen Krimibuchhandlung in Istanbul (vgl. Hotel Bosporus, Diogenes 2003). Aufgrund der unverschämten Mieterhöhung ihrer bisherigen Wohnung macht sich Kati auf die in Istanbul beinahe aussichtslose Suche nach einer neuen Wohnung. Durch die Vermittlung einer Freundin und gegen Zahlung einer kleineren Summe an den zuständigen Beamten erhält Kati die Aussicht auf den Kauf einer preiswerten, großen Wohnung mit Blick auf den Bosporus. Kati will ihre Traumwohnung sofort besichtigen und gerät dabei in einen heftigen Streit mit dem derzeitigen Bewohner Osman Karakas. Karakas, ein Kleinganove, nutzt die Wohnung für seine illegalen Zwecke und denkt gar nicht daran auszuziehen. Am nächsten Tag wird Karakas tot in der Wohnung mit einer Kugel im Bein aufgefunden. Karakas Brüder bezichtigen Kati des Mordes, sie habe schneller in die Wohnung einziehen wollen. Kati wird von Hauptkommissar Ercirpen verhört, wobei er sie nicht wirklich der Tat verdächtigt, sondern eher ein nicht zu entmutigender Verehrer ist. Aber nun ist Katis Ehrgeiz geweckt und als großer Krimifan und Hobbydetektivin beginnt sie auf eigene Faust nach Osmans Mörder zu suchen. Sie erfährt von Osmans kriminellen Geschäftsbeziehungen und den komplizierten Verhältnissen in Osmans Großfamilie. Sie knüpft freundschaftliche Beziehungen zu Osmans früherer Geliebten, der Sängerin Habibe, und zu deren Cousine Inei, Osmans jetziger Geliebten, die auch ein Kind von ihm hat. Während die Polizei von einem Racheakt im Kleinganovenmilieu ausgeht und den Fall zu den Akten legt, entlarvt Kati den Täter.

Flott geschriebenes Buch um Korruption, Politik und den täglichen Überlebenskampf in Istanbul. Respektlos und zugleich humorvoll werden die Vorherrschaft der Männerwelt und die vielen Missverständnisse zwischen Deutschen und Türken beschrieben. Gisela Lehmer-Kerkloh