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Torik, Alèa: Das Geräusch des Werdens.
Osburg Verlag 2012. Geb., 368 Seiten,  19.95 Euro.

Das Geräusch des Werdens erzählt die Geschichte des Dorfes Marginime in Siebenbürgen und seiner Bewohner über mehrere Generationen. Sie lieben oder hassen das enge Dorfleben, sie verlassen Marginime auf Nimmerwiedersehen oder werden vom Dorf doch nicht losgelassen  und kehren zurück, in ihr „Paradies“ auf Erden.

 
Das Zentrum des Dorfes ist die Bank vor der Dorfschule. Dort sitzen die Bewohner auch in den kalten Nächten, eingeschlagen in Decken und betrachten den Himmel und die Berge, als ob sie dem Geräusch des Werdens lauschen würden. Tagsüber geht man die Dorfstraße, die einzige Straße des Ortes, rauf und runter. Die Dorfbewohner haben viel Zeit und wenig Geld. Viele Junge zieht es in die Städte. Andere kommen aus der Stadt ins Dorf, so wie Clara, die junge Lehrerin. Für sie wird das Leben im Dorf zur Liebe und sie bleibt auf der Bank vor der Schule.

 
Das Buch beginnt mit dem blinden Fotografen Marijan, der von Marginime nach Berlin ging, und dort von einem Fremden eine Kamera geschenkt bekam. Seitdem macht er Bilder von Berlin. Auf seiner ersten Ausstellung erzählt er von seinen nie selbst gesehen Fotografien und von Marginime und seinem Leben, das verwoben ist mit den Schicksalen der Dorfgründer, deren Kindern und Enkelkindern, wie wir aus jeweils anderer Perspektive erfahren.

 
Das Geräusch des Werdens von Alèa Torik ist ein schön erzähltes, einfühlsames, poetisches Buch, ohne jemals pathetisch zu werden. 

Gisela Lehmer